Legionslager Castra Regina >Regensburg<

Das steinerne Legionslager mit einer Fläche von 24,3 ha (540 x 460 Meter) wurde von einer etwa 8 Meter hohen und 2 Meter starken Mauer umschlossen. An deren Außenseite befand sich ein Spitzgraben und innen waren Wälle angeschüttet. In regelmäßigen Abständen standen insgesamt 30 Türme (inklusive der Tortürme). Die Mauerecken waren abgerundet. Die 4 Tore waren von je 2 Tortürmen flankiert. Das Lagerinnere wurde wie bei allen befestigten Römerlagern dieser Epoche gegliedert durch die in Ost-West-Richtung verlaufende via principalis und die in Nord-Süd-Richtung führende via praetoria. An diesen Lagerhauptstraßen lagen die Unterkünfte für Handwerker, Verwaltungssoldaten, das Lazarett, die Latrinen u.ä. Die rechtwinklig abzweigenden kleineren Lagergassen führten zu den Wohnquartieren der einfachen Soldaten. Im Zentrum des Lagers lagen die principia, das Hauptquartier, sowie das praetorium, das Wohnhaus des Kommandanten der Legion. Dies war in Castra Regina der Lagerpräfekt. Der eigentliche Legionskommandeur residierte in seiner Funktion als Statthalter der Provinz Raetia in deren Hauptstadt Augusta Vindelicum (Augsburg). Er kam nur zu Inspektionen persönlich in das Legionslager. Am Fuße des an der Innenseite der Lagermauer aufgeschütteten Erdwalls zog sich die 10 Meter breite via sagularis um das gesamte Lager herum. Rund um das Lager und die Zivilsiedlung lagen eine ganze Reihe von Bauernhöfen (villa rustica), die vorrangig zur Versorgung der Legion aber später auch der Zivilsiedlung angelegt wurden.
Von den 4 gewaltigen Toren mit flankierenden Türmen sind große Teile des Nordtores zur Donau (Porta Praetoria) noch sichtbar. Erhalten sind der linke Torturm und ein Bogen des ursprünglich wohl sehr repräsentativen Lagerzugangs. Der Torturm steht noch über zwei Geschosse. Der einst 11 Meter hohe Torturm wurde aus Kalksteinquadern errichtet. Der 4 m breite und 6 m hohe erhalteneTorbogen besteht aus 13 großen Quadern, die ohne Mörtel aneinandergefügt wurden.
Quelle: www.antikefan.de

Aus der großen Regensburger Bauinschrift wissen wir, dass Mauer, Tore und Türme der castra legionis in der Altstadt von Regensburg unter dem Legionslegaten M. Helvius Clemens Dextrianus im Jahr 179 fertig gestellt waren. Das Legionslager ist mit seiner heute noch existierenden porta praetoria zur Donau ausgerichtet. Außergewöhnlich ist die Anlage seiner Mauer in den eindrucksvollen Blöcken aus Grünsandstein und Jurakalk, die an verschiedenen Stellen der Stadt besichtigt werden kann. Vermutlich zwei Gräben umschlossen eine Fläche von etwa 25 ha. Von der Innenbebauung kennen wir wegen der intensiven mittelalterlichen und neuzeitlichen
Nutzung außer den Ausschnitten von Mannschaftsbaracken, den principia und späten Speicherbauten sowie eines Wohngebäudes wenig. Ein Flusshafen befand sich vor der nordwestlichen Lagerfront, die Zivilsiedlung, canabae legionis, umgab das Lager an allen drei Landseiten. Damit war Regensburg neben Augsburg die größte Ansiedlung der Provinz. Aus der Legionslagerzeit kennen wir mehrere Gräberfelder im Süden und Osten der canabae sowie mittlerweile mehrere Tempel. Über das Lager verteilt nachgewiesene Brände spiegeln die Germaneneinfälle um die Mitte und im letzten Viertel des 3.Jh. wider. Danach blieben Teile des Lagers ungenutzt, da die Legion auch auf verschiedene Stützpunkte entlang der spätantiken Grenze verteilt wurde. Vermutlich erst im zweiten Viertel des 4. Jh. wurden die Baracken unter dem Niedermünster reaktiviert, um schließlich im ersten Viertel des 5. Jh. einem von ziviler Architektur beeinflußten Wohngebäude zu weichen. Die Zivilbevölkerung nutzte wohl nach den Germaneneinfällen Teile des Lagers. Nach der Mitte des 5. Jh. belegt die Demontage von Innengebäuden überhaupt eine anderweitige Nutzung des Lagers.
Quelle: http://www.limes-oesterreich.at  
DER DONAULIMES IN BAYERNWolfgang Czysz, Andrea Faber, Christof Flügel und C. Sebastian Sommer

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